Brustgesundheit einfach erklärt

Selbstuntersuchung und Vorsorge einfach erklärt

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Österreich. Laut dem Österreichischen Nationalen Krebsregister erkrankten 2024 in Österreich 6.959 Frauen neu an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs weiterhin die häufigste Krebserkrankung der Frau.

Eine regelmäßige Brustvorsorge kann dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Denn je früher Brustkrebs diagnostiziert wird, desto größer sind in der Regel die Heilungschancen und desto schonender können viele Behandlungen durchgeführt werden.

Warum Brustvorsorge so wichtig ist

Brustkrebs verursacht im Frühstadium meist keine Schmerzen und keine spürbaren Veränderungen. Genau deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen so wichtig: Sie können einen Tumor erkennen, lange bevor er selbst bemerkt werden würde. Und je früher die Diagnose erfolgt, desto schonender und wirksamer kann behandelt werden.

Eine frühzeitige Erkennung ermöglicht oft eine schonendere Behandlung – mit kleineren Eingriffen, weniger belastenden Therapien und einer schnelleren Erholung. Werden Veränderungen erst bemerkt, wenn Beschwerden auftreten, ist die Erkrankung mitunter bereits weiter fortgeschritten und die Behandlung entsprechend aufwändiger. Zwar nimmt das Brustkrebsrisiko mit dem Alter zu, doch auch jüngere Frauen können betroffen sein. Deshalb ist Aufmerksamkeit für die eigene Brustgesundheit in jedem Lebensalter wichtig.

Risikofaktoren im Überblick

Das individuelle Brustkrebsrisiko hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mit zunehmendem Alter steigt das Brustkrebsrisiko deutlich an – besonders bei Frauen ab 50 Jahren. Außerdem sind Personen, in deren Familie – vor allem bei nahen Verwandten wie Mutter, Schwester oder Tochter – bereits Brustkrebs aufgetreten ist, einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Das gilt insbesondere bei Veränderungen der Gene BRCA1 oder BRCA2, bei denen eine genetische Beratung sinnvoll sein kann. Auch hormonelle Einflüsse wie eine frühe erste Periode oder eine späte Menopause zählen zu den Risikofaktoren.

Wann sollte ich zur Vorsorge?

Brustvorsorge beginnt nicht erst mit der Mammografie. Es ist hilfreich, die eigene Brust gut zu kennen und regelmäßig auf Veränderungen zu achten. Viele Frauen integrieren dafür einmal im Monat einen kurzen Selbstcheck in ihre Gesundheitsroutine – idealerweise einige Tage nach Beginn der Regelblutung, wenn das Brustgewebe besonders gut beurteilbar ist. Nach den Wechseljahren empfiehlt sich ein fixer Tag im Monat. Wer die eigene Brust kennt, bemerkt Veränderungen oft früher. Eine genaue Anleitung zur Selbstuntersuchung finden Sie in unserem Blogbeitrag.“Brust selbst abtasten: kurze Anleitung”.

Genauso wichtig ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung bei uns in der Praxis, bei der auch eine ärztliche Tastuntersuchung durchgeführt wird. So wertvoll die Tastuntersuchung auch ist – sie ersetzt keine weiterführende Diagnostik wie Ultraschall oder Mammografie. Manche Tumoren – vor allem sehr kleine oder tief liegende – lassen sich gar nicht ertasten. Wirklich sicher ist man daher nur mit der Kombination aus Selbstcheck, ärztlicher Kontrolle und, ab einem gewissen Alter, der Mammografie.

In Österreich können Frauen zwischen 45 und 74 Jahren alle zwei Jahre kostenlos an dem qualitätsgesicherten Brustkrebs-Früherkennungsprogramm mit Mammografie („früh erkennen“) teilnehmen. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie ab 75 Jahren können sich ebenfalls zur Mammografie anmelden. .

Was passiert bei der Mammografie?

Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust – derzeit die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Sie kann Veränderungen im Brustgewebe sichtbar machen, die noch viel zu klein sind, um ertastet zu werden. Für besonders hohe Qualität sorgen im österreichischen Früherkennungsprogramm zwei Faktoren: Erstens kommen nur strahlungsarme, digitale Geräte zum Einsatz. Zweitens wird jeder Befund nach dem Vieraugenprinzip – also von zwei unabhängigen Radiologinnen bzw. Radiologen – beurteilt.

Viele Frauen sind vor ihrer ersten Mammografie unsicher, was sie erwartet. Für die Untersuchung wird die Brust kurz zwischen zwei Platten positioniert und leicht komprimiert, um hochwertige Röntgenaufnahmen zu erstellen. Das kann unangenehm sein, dauert jedoch nur wenige Sekunden. Der Befund liegt in der Regel innerhalb weniger Tage vor. Sollten weitere Untersuchungen empfohlen werden, dient dies meist dazu, einen Befund genauer abzuklären.

Auch mit Brustimplantaten ist eine Mammografie problemlos möglich. Wichtig ist nur, dies vorab beim Termin mitzuteilen, damit die Untersuchung entsprechend angepasst werden kann. Zusätzlich kann in diesem Fall ein Ultraschall sinnvoll sein, um ein vollständigeres Bild zu erhalten.

Bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung gehört die Tastuntersuchung der Brust dazu. Die Gynäkologin tastet dabei die Brust sowie die Achselhöhlen systematisch ab und achtet auf Veränderungen der Haut oder der Brustwarzen. Diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten, ist schmerzlos und gibt eine wichtige erste Einschätzung.

Selbstuntersuchung der Brust

Eine monatliche Selbstuntersuchung der Brust wird von Fachgesellschaften als sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Vorsorge empfohlen. Am besten geeignet ist der Zeitraum kurz nach der Menstruation, da das Brustgewebe dann am weichsten ist. Im Spiegel auf folgende Veränderungen achten:

  • Veränderungen in Form oder Größe der Brust
  • Einziehungen oder Dellen an der Haut
  • Veränderungen der Brustwarze oder Einziehungen
  • Ungewöhnlicher Ausfluss aus der Brustwarze
  • Gerötete oder veränderte Haut

Beim Abtasten – liegend oder stehend – sollte die gesamte Brust sowie die Achselhöhle systematisch abgetastet werden, mit kreisenden Bewegungen von außen nach innen, mit leichtem bis mittlerem Druck. Die Selbstuntersuchung schärft das Bewusstsein für den eigenen Körper – ersetzt aber die ärztliche Untersuchung und Mammografie nicht. Viele Frauen entwickeln durch die regelmäßige Selbstuntersuchung ein Gespür dafür, wie sich ihr Brustgewebe normalerweise anfühlt. Dadurch fallen ihnen auch kleine Veränderungen eher auf. Tatsächlich werden zahlreiche Brusttumoren nicht durch eine ärztliche Untersuchung, sondern von den Frauen selbst entdeckt. Darüber hinaus können auch andere Auffälligkeiten wie Zysten, Entzündungen oder gutartige Knoten frühzeitig bemerkt und medizinisch abgeklärt werden. Die Selbstuntersuchung fördert außerdem das Bewusstsein für die eigene Gesundheit und stärkt das Gefühl, aktiv etwas für die Vorsorge tun zu können.

Brustuntersuchung

Neben der Selbstuntersuchung können Sie auch im Alltag etwas für Ihre Brustgesundheit tun: Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie ein bewusster Umgang mit Alkohol und Nikotin wirken sich positiv aus. Wer langfristig Hormonpräparate einnimmt, sollte dies regelmäßig ärztlich überprüfen lassen.

Warnsignale – auf was Sie achten sollten

Wenn eines der folgenden Anzeichen auftritt, sollten Sie zeitnah eine Ärztin aufsuchen:

  • Ein neuer Knoten oder eine Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle
  • Eine plötzliche Veränderung von Form oder Größe einer Brust
  • Eine neu eingezogene Brustwarze
  • Ausfluss aus der Brustwarze, vor allem wenn er blutig oder nur einseitig auftritt
  • Rötung, Schwellung oder eine orangenhautartige Veränderung der Haut
  • Neu aufgetretene, anhaltende Schmerzen

Wichtig: Diese Symptome bedeuten nicht automatisch eine ernste Erkrankung – in den meisten Fällen ist die Ursache harmlos. Aber nur eine Untersuchung kann wirklich Klarheit schaffen. Deshalb gilt: lieber zeitnah abklären lassen, statt abzuwarten.

Brustgesundheit bei SANTÉ FEMME

Brustgesundheit ist ein zentrales Thema in unserer Ordination. Bei SANTÉ FEMME bieten wir Tastuntersuchungen und Ultraschalluntersuchungen der Brust an – als Teil der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung oder auf Anfrage. Mit Carmen Leser, Fachärztin für Senologie, sowie Dr. Myriam Stolz, die sich auf Brustkrebs-Früherkennung und individuelle Risikoabschätzung spezialisiert hat, sowie, , haben wir ausgewiesene Expertinnen für Brustgesundheit in unserem Team. Bei Auffälligkeiten oder familiärem Risiko begleiten wir Sie bei der weiteren Abklärung und koordinieren die nächsten Schritte mit Ihnen gemeinsam.

 

Priv.-Doz. Dr. med. univ. Dr. scient. med. Carmen Leser

 

 

Dr. med. univ. Myriam Stolz

 

 

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen – zu Vorsorge, Risikofaktoren, Selbstuntersuchung und allem, was Sie beschäftigt. Sprechen Sie uns an – wir begleiten Sie durch alle Phasen der Brustgesundheit, von der ersten Vorsorge bis zur individuellen Risikoabklärung. Denn Ihre Gesundheit verdient Aufmerksamkeit – nicht nur dann, wenn etwas wehtut. Das gibt Sicherheit – und genau das ist das Ziel der Vorsorge.

👉 Jetzt Termin buchen: www.sante-femme.at | +43 1 394 17 17