Hormontherapie in den Wechseljahren

Hitzewallungen, Schlafstörungen, Scheidentrockenheit: Die Wechseljahre können den Alltag spürbar erschweren. Eine Hormontherapie kann hier gezielt helfen – doch viele Frauen sind unsicher, welche Form für sie passt und wie Nutzen und Risiken einzuschätzen sind. Wir geben einen fundierten Überblick über die verfügbaren Optionen, aktuelle medizinische Empfehlungen und wirksame hormonfreie Alternativen.

Was in den Wechseljahren passiert

Die Wechseljahre sind kein plötzliches Ereignis, sondern ein Prozess, der sich über viele Jahre erstreckt. Aus medizinischer Sicht lässt er sich in vier Phasen einteilen, die fließend ineinander übergehen:

  1. Prämenopause – die ersten hormonellen Veränderungen, meist ab etwa ab dem 40. Lebensjahr, wenn der Zyklus unregelmäßiger wird.
  2. Perimenopause – die eigentliche Übergangsphase mit den stärksten Schwankungen und den typischen Beschwerden.
  3. Menopause – der Zeitpunkt der letzten Regelblutung, der erst ein Jahr später rückblickend feststeht.
  4. Postmenopause – die Zeit danach, in der sich der Hormonhaushalt auf einem neuen Niveau einpendelt.

Prämenopause (ab ca. 40): Progesteron und Östrogen werden allmählich weniger, der Zyklus wird unregelmäßiger – Blutungen können sich verlängern, verkürzen oder unregelmäßiger auftreten. Begleitend zeigen sich oft schon erste Anzeichen wie Reizbarkeit, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen oder Migräne.

Perimenopause (meist frühe bis mittlere 40er, endet ein Jahr nach der letzten Blutung): Die eigentliche Übergangsphase mit den stärksten hormonellen Schwankungen – im Schnitt vier bis acht Jahre, individuell aber sehr unterschiedlich. Eine Schwangerschaft ist trotz sinkender Fruchtbarkeit weiterhin möglich. Typisch sind Zyklusveränderungen, Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen, Gewichtszunahme (v. a. Bauch), Gelenk- und Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme („Brain Fog”) sowie Veränderungen im Intimbereich wie Trockenheit und erhöhte Anfälligkeit für Blasenentzündungen.

Menopause: Kein Zeitraum, sondern ein einzelner Zeitpunkt – die letzte Regelblutung, die sich erst rückblickend nach zwölf Monaten ohne Blutung feststellen lässt. Hormonell dominiert hier der Östrogenabfall.

Postmenopause: Beginnt zwölf Monate nach der letzten Blutung. Der Hormonhaushalt pendelt sich neu ein, viele akute Beschwerden wie Hitzewallungen bessern sich. Neu in den Vordergrund rücken dafür trockenere Schleimhäute, dünneres Haar, mehr Falten sowie ein beschleunigter Knochenabbau (Osteoporose-Risiko) und Rückenschmerzen durch abnehmende Muskelkraft – weshalb Vitamin D, Kalzium und Rückentraining jetzt besonders wichtig werden.

Warum das alles passiert: Jede Frau kommt mit einem festen Vorrat an Eibläschen zur Welt (~300.000 zur Pubertät), der mit jedem Zyklus schrumpft. Um das 50. Lebensjahr sind kaum noch Follikel übrig, die Eierstöcke produzieren immer weniger Östrogen und Progesteron. Das Gehirn versucht gegenzusteuern und schüttet vermehrt FSH und LH aus – dieses hormonelle Ungleichgewicht löst viele typische Beschwerden wie Hitzewallungen aus.

Was ist eine Hormontherapie – und wofür wirkt sie?

Bei der Hormonersatztherapie (HRT) werden dem Körper Hormone zugeführt, um den Mangel auszugleichen, der mit dem Nachlassen der Eierstockfunktion in den Wechseljahren einhergeht. Das Ziel ist nicht die exakte Wiederherstellung des ursprünglichen Hormonspiegels, sondern die gezielte Linderung östrogenmangelbedingter Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressiver Verstimmungen und urologischer Beschwerden – Symptome, die für manche Frauen eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeuten.

Anerkannte Indikationen sind aktuell vor allem:

  • wechseljahresbedingte Beschwerden wie Hitzewallungen
  • der Gewebeschwund der Scheidenschleimhaut samt begleitender urogenitaler Probleme
  • die Vorbeugung von Osteoporose – allerdings nur, wenn ein erhöhtes Knochenbruchrisiko vorliegt und andere zugelassene Präparate nicht infrage kommen, da reine Krankheitsprävention allein noch keine anerkannte Indikation darstellt

Besonders zuverlässig wirkt die Hormontherapie bei den typischen Beschwerden der Wechseljahre: Das Leitsymptom Hitzewallungen lässt sich ursächlich behandeln, außerdem können depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Knochen- und Gelenkbeschwerden, Blasenschwäche, Veränderungen an Haut und Schleimhäuten sowie ein verringertes sexuelles Verlangen gelindert werden. Auch die aktuellen Leitlinien liefern hierfür eine zusätzliche evidenzbasierte Grundlage.

Wenn die Beschwerden in den Wechseljahren stark ausgeprägt sind – etwa Hitzewallungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Scheidentrockenheit – kann eine menopausale Hormontherapie (MHT) eine sehr wirksame Unterstützung sein. Sie gehört zu den wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere bei Hitzewallungen und anderen typischen Wechseljahresbeschwerden. Welche Therapie infrage kommt, sollte dabei immer individuell und gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entschieden werden.

Wie lange dauert eine Hormontherapie?

Eine feste Behandlungsdauer gibt es nicht. Wie lange eine MHT sinnvoll ist, hängt von den individuellen Beschwerden, der Wirkung und dem persönlichen Risikoprofil ab. Die Therapie sollte daher regelmäßig gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Wichtig zu wissen: Es gibt keine feste zeitliche Grenze, nach der eine MHT grundsätzlich beendet werden muss. Wenn die Beschwerden nach dem Absetzen wieder auftreten, kann die Therapie nach individueller Rücksprache auch länger fortgeführt werden. Entscheidend ist eine regelmäßige Kontrolle – in der Regel einmal jährlich: Hilft die Therapie noch ausreichend? Sind die Beschwerden weiterhin belastend? Und hat sich das persönliche Risikoprofil verändert?

Sowohl der Beginn als auch Veränderungen oder das Absetzen einer MHT sollten gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgen. So kann die Therapie regelmäßig überprüft und an die persönlichen Bedürfnisse und die aktuelle Situation angepasst werden.

Die Optionen im Überblick

  1. Applikationsform: transdermal oder oral.Östrogen lässt sich in den Wechseljahren entweder als Tablette einnehmen oder über die Haut aufnehmen – etwa als Pflaster, Gel oder Spray. Beide Optionen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Anwendung. Wird Östrogen oral eingenommen, steigen dadurch mehrere Gerinnungsfaktoren an – bei der Aufnahme über die Haut bleibt dieser Effekt weitgehend aus. Deshalb wird die transdermale Anwendung – also die Hormontherapie über die Haut – in vielen Fällen bevorzugt. Ein wichtiger Vorteil: Im Vergleich zur Einnahme als Tablette ist das Risiko für Thrombosen und Embolien geringer. Besonders relevant kann das für Frauen sein, die aufgrund von Übergewicht, Diabetes oder einer persönlichen Vorbelastung ohnehin ein erhöhtes Risiko haben. Welche Form der Hormontherapie am besten geeignet ist, sollte jedoch immer individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Mehr Hintergründe dazu findest du in unserem Beitrag „Thrombose bei Frauen”.
  2. Lokale Behandlung bei Scheidentrockenheit: Wenn in den Wechseljahren ausschließlich vaginale Beschwerden bestehen, ist eine niedrig dosierte lokale Östrogentherapie – als Zäpfchen, Creme oder Tablette – häufig die geeignetste Lösung. Sie wirkt direkt vor Ort, gelangt kaum in den Blutkreislauf und erhöht das Brustkrebsrisiko nach aktuellem Kenntnisstand nicht.

Wie läuft eine Hormonbehandlung ab? 

Bei Santé femme übernehmen unsere auf Wechseljahre spezialisierten GynäkologInnen die Behandlung. Auswahl, Dosierung und Applikationsform werden dabei individuell auf jede Patientin abgestimmt. Der typische Ablauf:

  1. Ausführliches Beratungsgespräch. Beschwerdebild, persönliche und familiäre Vorgeschichte (z. B. Thrombosen, Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sowie Erwartungen an die Therapie werden besprochen.
  2. Medizinische Abklärung. Dazu gehören in der Regel eine gynäkologische Untersuchung sowie je nach Bedarf eine Hormonstatus-Bestimmung im Blut und eine rezente Mammographie- bzw. eine Brustuntersuchung.
  3. Gemeinsame Therapieentscheidung. Gemeinsam entscheiden wir auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse und Ihrer individuellen Wünsche, ob eine Hormontherapie infrage kommt – und falls ja, welche Form (oral, transdermal, lokal).
  4. Start mit niedrigster wirksamer Dosis. Die Behandlung beginnt in der Regel niedrig dosiert; nach einigen Wochen bis Monaten wird die Wirkung überprüft und die Dosis bei Bedarf angepasst.
  5. Regelmäßige Kontrollen. Wir begleiten die Therapie mit jährlichen Kontrolluntersuchungen – unter anderem gynäkologische Untersuchung und einer rezenten Mammographie alle zwei Jahre – und bewerten dabei regelmäßig neu, ob die Behandlung fortgesetzt werden soll.

Wechseljahresbeschwerden abklären in Wien

Einige unserer FrauenärztInnen in unserem Institut für Frauengesundheit haben sich auf das Thema Wechseljahre spezialisiert und stehen Ihnen mit ihrem fundierten Wissen rund um die physiologischen und psychologischen Herausforderung während dieser Lebensphase zur Seite.

 

Frauenärztin Wien

Dr. med. univ. Dr. scient. med. Marie-Louise Marschalek

 

 

 

Dr. Denise Tiringer - Spezialistin für Gynäkologie

Dr. med. univ. Denise Tiringer

 

 

Dr. med. univ. Myriam Stolz

 

 

Dr. Dana Muin - Gynäkologie und Geburtshilfe

Priv.-Doz. Dr. Dana Muin MSc MSc MRes

 

 

Frauenärztin spezialisiert auf Kinder-und Jugendgynäkologie in Wien

Dr. med. univ. Vyara Yordanova

 

 

Priv.-Doz. Dr. med. univ. Dr. scient. med. Carmen Leser

 

 

 

Frauenärztin Wien

Dr. med. univ. Valentina Glück

 

 

 

Dr. Stephanie Springer - Spezialistin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Priv. Doz. Dr. med. univ. Stephanie Springer PhD.

 

 

Buchen Sie eine ausführliche Abklärung bzw. eine persönlich angepasste Wechseljahrs-Therapie bei unseren spezialisierten Fachärzten für Gynäkologie unter www.sante-femme.at oder vereinbaren Sie Ihren Termin telefonisch unter +43 1 394 17 17