Wir haben für Sie 12 Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit zusammengestellt – plus Hintergründe zu Ursachen, Vorbeugung schon vor der Schwangerschaft und Hinweise, wann Sie ärztliche Hilfe einholen sollten.
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Am besten belegt ist ein Zusammenspiel von Schwangerschaftshormonen (u. a. hCG, Östrogen, Progesteron) und einer veränderten Magen-Darm-Beweglichkeit. Neuere Forschung bringt außerdem das Plazentahormon GDF-15 mit Appetitverlust und Übelkeit in Verbindung, genetische Unterschiede scheinen zu erklären, warum manche Schwangere stärker betroffen sind. In der Regel beginnen die Beschwerden vor der 9. SSW und bessern sich bis zur 12.–20. SSW – können aber länger anhalten.
Was hilft schon vor der Schwangerschaft?
Frühzeitig mit einem geeigneten Präparat starten: Studien deuten darauf hin, dass die regelmäßige Einnahme eines Multivitamins/Pränatals vor und zu Beginn der Schwangerschaft das Risiko starker Übelkeit reduziert. Beginnen Sie idealerweise schon vor der Empfängnis. Unser eigens zusammengestelltes Nahrungsergänzungsmittel „Pregnancy“ unserer Hausmarke No.17 versorgt Sie bereits vor der Schwangerschaft mit wichtigen Spurenelementen und Vitaminen.
Routinen fürs Essen & Trinken etablieren: Kleine, regelmäßige Mahlzeiten und eine gute Trinkstruktur vorab üben – das erleichtert die Umstellung im 1. Trimester.
Reflux-Trigger reduzieren: Spätes, sehr fettes oder scharfes Essen und große Portionen können Magenbeschwerden verstärken – je stabiler das Verdauungssystem vor der Schwangerschaft, desto besser kommen viele im 1. Trimester zurecht.
12 Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit
Was hilft wirklich gegen Schwangerschaftsübelkeit
Kleine, häufige Mahlzeiten
Essen Sie alle 2–3 Stunden eine kleine Portion. Ein leerer Magen fördert Übelkeit; Überessen ebenso. Beispiele: Eine halbe Banane + Handvoll Nüsse; Hafercracker mit Hüttenkäse; kleine Gemüsesuppe; Joghurt mit Haferflocken. Trennen Sie Speisen und Getränke zeitlich (z. B. 10–15 Minuten Abstand), wenn Flüssigkeit „oben auf“ Beschwerden auslöst.
Langsam aufstehen
Legen Sie sich abends Cracker/Zwieback ans Bett. Morgens erst 2–3 Bissen essen, 10 Minuten sitzen bleiben, dann langsam aufstehen. Viele empfinden auch eine kleine Proteinportion (z. B. ein Joghurtdrink) direkt nach dem Aufstehen als hilfreich.
Leicht verdauliche Lebensmittel bevorzugen
Gut verträglich sind oft: Reis, Kartoffeln, Toast, Haferbrei, Bananen, klare Brühen, Naturjoghurt. Meiden Sie sehr fettige, scharf gewürzte oder stark riechende Speisen – sie belasten Magen und Geruchssinn zusätzlich.
Ausreichend trinken – in kleinen Schlucken
Ziel sind insgesamt etwa 1,5–2 l über den Tag (sofern medizinisch nichts dagegenspricht). Trinken Sie schluckweise: stilles Wasser, verdünnte Säfte, Ingwer- oder Pfefferminztee, Eiswürfel, Wassereis, Brühen. Bei Neigung zu Erbrechen: lieber zwischen den Mahlzeiten trinken. Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie Flüssigkeit gar nicht halten können.
Ingwer nutzen
Ingwer (als Tee, Kapseln, Bonbons) kann Übelkeit messbar lindern. Die Wirksamkeit ist in mehreren Reviews/Meta-Analysen für das 1. Trimester belegt; besprechen Sie vor der Einnahme konzentrierter Präparate die Eignung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Frische Luft & sanfte Bewegung
Regelmäßige, kurze Spaziergänge (5–15 Minuten), langsames Dehnen, ruhige Atemübungen und gut gelüftete Räume regulieren den Kreislauf und dämpfen Gerüche – vielen wird damit spürbar weniger übel.
Auslöser (Trigger) meiden – mit einem Mini-Tagebuch
Häufige Trigger sind: Kochdünste (v. a. Zwiebeln, Knoblauch), Kaffee, Parfüm, Zahnpasta-Schaum, stickige Luft, Bildschirmarbeit ohne Pausen. Notieren Sie ein paar Tage lang Was? Wann? Wie stark? und umgehen Sie Ihre Top-Trigger gezielt (z. B. kalt essen, andere Zahnpasta, Fenster auf, Essen delegieren).
Akupressur-Bänder (P6/Neiguan-Punkt)
Manche profitieren deutlich von Reiseübelkeits-Bändern. Platzierung: Drei Querfinger unterhalb der Handgelenksfalte, mittig zwischen den Sehnen – dort erzeugt der Kunststoff-Noppen Druck. Evidenz: Studien und Meta-Analysen zeigen eine klinisch hilfreiche Linderung bei einem Teil der Betroffenen. Tragen Sie die Bänder mehrere Stunden täglich.
Eiweißreiche Snacks
Protein stabilisiert den Blutzucker und sättigt ohne zu beschweren. Vorschläge: Joghurt/Skyr, Hüttenkäse auf Knäckebrot, Nussmus auf Toast, hart gekochtes Ei, Edamame, milde Kichererbsen-Hummus-Wraps, kleine Portion Linsen- oder Hühnersuppe. Sie möchten weitere spannende Infos über die Ernährung in der Schwangerschaft? Dann lesen sie dazu mehr auf unserem Blog.
Kühle statt heiße Speisen
Kälte reduziert aufsteigende Düfte. Probieren Sie: Overnight-Oats, kalte Sandwiches mit pasteurisierten Zutaten, milder Kartoffelsalat ohne Zwiebeln, Gemüse-Smoothies, Joghurt-Bowls, Reissalate. (Aromatische Dämpfe sind ein häufiger Trigger; kalte Speisen werden daher oft besser vertragen.)
Akupunktur
Eine ergänzende Möglichkeit, die in manchen Studien einen positiven Effekt auf Schwangerschaftsübelkeit gezeigt hat. Vor allem die Behandlung des Akupunkturpunktes P6 (Neiguan) am Handgelenk wird in der Praxis häufig eingesetzt. Viele Schwangere berichten über eine deutliche Linderung. Unsere Hebammen sind im Bereich der Akupunktur ausgebildet und haben sich unter anderem auf Beschwerden in der Schwangerschaft, wie Sodbrennen und Übelkeit spezialisiert. Ihren Termin können Sie einfach online buchen.
Genügend Ruhe & Stressabbau
Müdigkeit verstärkt Übelkeit. Planen Sie Mikro-Pausen (2–5 Minuten hinlegen, tief atmen), kurze Power-Naps, frühe Bettzeiten und Entspannung (Spaziergang, Meditation/Hypnobreathing, lauwarme Dusche). Wenn möglich: Aufgaben delegieren, Einkäufe liefern lassen, Mahlzeiten vorkochen/frieren.
Hyperemesis gravidarum: wenn Schwangerschaftsübelkeit extrem wird
Viele Schwangere kennen Übelkeit und gelegentliches Erbrechen im ersten Trimester. Meist sind diese Beschwerden unangenehm, aber erträglich und verschwinden nach einigen Wochen von selbst. In seltenen Fällen jedoch nimmt die Übelkeit extreme Ausmaße an. Wenn das Erbrechen nahezu unstillbar wird, Essen und Trinken kaum noch möglich sind und die Frau deutlich an Gewicht verliert, spricht man von Hyperemesis gravidarum (HG). Diese schwerste Form der Schwangerschaftsübelkeit betrifft nur einen kleinen Teil aller Schwangeren, kann aber erhebliche Folgen für Mutter und Kind haben und sollte deshalb immer ernst genommen werden.
Ursachen von Hyperemesis gravidarum
Die genauen Ursachen von Hyperemesis gravidarum sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich wirken mehrere Faktoren zusammen:
- Hormone: Besonders hohe Werte von hCG, Östrogen und Progesteron können die Übelkeit verstärken.
- Genetische Veranlagung: Frauen, deren Mütter oder Schwestern betroffen waren, haben ein erhöhtes Risiko.
- Plazentahormone: Studien zeigen, dass GDF-15 mit Appetitverlust und Erbrechen in Verbindung stehen könnte.
- Risikogruppen: Mehrlingsschwangerschaften oder Blasenmole erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass HG auftritt.
Hyperemesis gravidarum ist keine übertriebene Morgenübelkeit, sondern eine ernsthafte Erkrankung, die frühzeitig behandelt werden sollte. Mit der richtigen medizinischen Unterstützung können die Beschwerden deutlich gelindert werden, und die Schwangerschaft kann trotz der schwierigen Anfangsphase gesund weitergeführt werden.
Warnzeichen: wann ärztliche Hilfe bei Schwangerschaftübelkeit nötig ist
Suchen Sie unbedingt ärztliche Hilfe, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:
- Über 24 Stunden keine Nahrung oder Flüssigkeit behalten können
- Starker Gewichtsverlust
- Dunkler Urin, seltenes Wasserlassen oder Kreislaufprobleme
- Blut im Erbrochenen oder plötzliche, starke Bauchschmerzen
- Erstauftreten von Übelkeit nach der neunten Schwangerschaftswoche
Gut zu wissen
Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Gesundheit des Vaters* (*bzw. Erzeugers oder Spenders), einschließlich der Qualität seiner Spermien, einen Einfluss auf die Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes haben kann. Es gibt Hinweise darauf, dass die Qualität der Spermien des Vaters* die Entwicklung der Plazenta beeinflussen kann, was wiederum Auswirkungen auf Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie haben könnte. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen der Spermienqualität des Vaters* und spezifischen Schwangerschaftssymptomen wie Übelkeit oder Hyperemesis gravidarum (HG) noch nicht eindeutig geklärt.
Schwangerschaftsübelkeit – was hilft Wirklich
Sollten Sie sich durch Schwangerschaftsübelkeit stark beeinträchtigt fühlen, stehen Ihnen unserer Spezialistinnen in unserem Institut für Frauengesundheit in 1080 Wien unterschiedlicher Fachrichtungen zur Verfügung.
TCM-Ernährungsberatung & Kräuterwissen
Lisa Dirnbacher

Gynäkologinnen spezialisiert auf Schwangerschaft & Risikoschwangerschaften

Dr. Stephanie Springer

Dr. Vyara Yordanova
Akupunktur & Hebammen


Amelie Horak & Christina Wanner









