Venenerkrankungen betreffen Frauen häufiger als viele denkenund dies hat biologische Gründe: Weibliche Hormone beeinflussen die Venenwände, das Bindegewebe ist weicher und Schwangerschaften belasten das Venensystem zusätzlich.
Schwere Beine nach einem langen Tag, sichtbare Krampfadern oder ein ziehendes Gefühl in den Beinen – all das sind Zeichen, die ernst genommen werden sollten. In diesem Blogbeitrag erklären wir, welche Venenerkrankungen bei Frauen häufig auftreten, was biologisch dahintersteckt und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen.
Was sind Venenerkrankungen?
Venen haben eine wichtige Aufgabe im Körper: Sie transportieren das Blut zurück zum Herzen. Während Arterien das Blut aktiv vom Herzen wegpumpen, sind Venen auf Klappen angewiesen, die den Blutfluss kontrollieren und in die richtige Richtung leiten.
Nicht jede Venenerkrankung ist gleich – von harmlosen Besenreisern bis hin zur behandlungsbedürftigen Thrombose gibt es verschiedene Formen, die Frauen betreffen können.
Venenerkrankungen:
- Besenreiser – feine rötlich-blaue Verästelungen an den Beinen, die entstehen wenn sich kleine Gefäße im Laufe der Zeit erweitern – meist genetisch bedingt
- Krampfadern (Varizen) – erweiterte Blutgefäße die sich als verästelte, manchmal knotig hervortretende dunkelblaue Schlängellinien zeigen
- Chronisch venöse Insuffizienz (CVI) – eine fortgeschrittene Erkrankung mit Hautveränderungen, Schwellungen und im schlimmsten Fall Geschwüren an den Unterschenkeln
- Thrombose – ein Blutgerinnsel in einer Vene, das den Blutfluss behindert oder blockiert und umgehend medizinisch abgeklärt werden muss
Warum sind Frauen häufiger betroffen?
Hinter der höheren Betroffenheit von Frauen stecken biologische, hormonelle und lebensstilbedingte Faktoren:
Hormone: Östrogen beeinflusst die Venenwände direkt und begünstigt die Entstehung von Krampfadern. Frauen die die Pille nehmen, zeigen eine ähnliche Veränderung der Blutgerinnung wie in der Schwangerschaft – das erhöht das Risiko für Venenbeschwerden.
Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft steigt das Blutvolumen um bis zu ein Viertel – gleichzeitig weitet Progesteron die Venenwände und lässt sie an Elastizität verlieren. Das Blut fließt langsamer und staut sich schneller. Kein Wunder also dass rund vier von zehn Schwangeren Krampfadern entwickeln.
Thromboserisiko in der Schwangerschaft: Das Thromboserisiko ist in der Schwangerschaft fünf- bis sechsmal höher als bei Nichtschwangeren – da die Blutgerinnung von Natur aus verstärkt ist. Wenig Bewegung kann dieses Risiko noch weiter erhöhen.
Lebensstil und Genetik. Bewegungsmangel, Übergewicht, langes Stehen oder Sitzen, Rauchen und hochhackige Schuhe belasten die Venen zusätzlich. Auch wer Eltern oder Großeltern mit Krampfadern hat, trägt ein erhöhtes Risiko.
Welche Symptome sollte man ernst nehmen?
Venenerkrankungen entwickeln sich meist schleichend – und werden daher oft zu lange ignoriert. Erste Anzeichen sind häufig schwere, müde Beine, die vor allem abends oder nach langem Sitzen oder Stehen auftreten. Weitere Symptome die auf eine Venenerkrankung hinweisen können:
- Schwellungen an Knöcheln und Unterschenkeln
- Jucken, Spannungsgefühl und nächtliche Wadenkrämpfe
- Sichtbare Besenreiser oder Krampfadern
Im fortgeschrittenen Stadium verändert sich auch die Haut – sie wird dunkler, trockener und empfindlicher. Bei knapp der Hälfte aller Patientinnen mit einem offenen Bein sind Krampfadern die Ursache.
Besondere Vorsicht ist geboten bei plötzlichen Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Wärme in einem Bein – das können Zeichen einer Thrombophlebitis sein, die sofort abgeklärt werden muss. Selbst Besenreiser, die oft als harmlos gelten, können signalisieren, dass das Venensystem bereits unter Druck steht.
Diagnose – wie werden Venenerkrankungen festgestellt?
Eine zuverlässige Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Der wichtigste nächste Schritt ist der Venen-Ultraschall – auch Doppler- oder Duplexsonographie genannt. Er macht den Blutfluss in den Venen sichtbar, liefert Informationen über die Flussrichtung und -geschwindigkeit des Blutes und kann Thrombosen, Krampfadern oder Klappeninsuffizienzen zuverlässig nachweisen – schnell, schmerzlos und risikofrei. In der Venenambulanz bei Santé Femme nehmen wir uns Zeit für eine gründliche Diagnostik – damit jede Behandlung individuell und gezielt geplant werden kann.
Behandlungsmöglichkeiten
Da Venenerkrankungen unbehandelt voranschreiten, sollte man eine Therapie frühzeitig beginnen. Je nach Schweregrad und Art der Erkrankung stehen bei Santé Femme folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Venenmapping:
Vor jeder Therapie wird der genaue Verlauf und Zustand der Venen per Ultraschall erfasst – die Grundlage für eine individuelle und gezielte Behandlungsplanung durch Dr. Hájková.
Sklerotherapie (Verödung):
Die Venenverödung ist eine bewährte Methode zur Behandlung von Krampfadern und Besenreisern. Dabei wird ein flüssiges oder schaumförmiges Verödungsmittel in die erkrankte Vene injiziert, um die Venenwände zu verkleben und langfristig zu verschließen. Nach der Behandlung sollten Patientinnen für einige Tage Kompressionsstrümpfe tragen und unmittelbar danach etwa 30 Minuten gehen.
Endovenöse Lasertherapie:
Für größere Krampfadern bieten diese minimalinvasiven Verfahren eine schonende Alternative – ambulant in lokaler Betäubung, mit kaum sichtbaren Narben und kurzer Erholungszeit.
Operative Verfahren:
Bei ausgeprägten Stammvarizen kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Moderne endovasale Katheterverfahren ermöglichen eine gezielte und schonende Behandlung ambulant.
Vorbeugung – was kann man selbst tun?
Auch wenn die genetische Veranlagung eine Rolle spielt, gibt es einiges was Frauen selbst tun können, um Venenerkrankungen vorzubeugen oder deren Fortschreiten zu verlangsamen:
Bewegung: Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren aktivieren die Muskelpumpe und fördern den Blutfluss. Mindestens 30 Minuten täglich zügiges Gehen ist empfehlenswert.
Beine hochlagern: Regelmäßige Pausen einlegen und die Beine über Herzhöhe lagern entlastet die Venen und reduziert Schwellungen spürbar.
Gesundes Körpergewicht halten: Übergewicht belastet die Venen zusätzlich und kann die Entstehung einer chronischen Venenerkrankung fördern.
Flache Schuhe tragen: Flache Schuhe aktivieren die Wadenmuskulatur und sind deutlich venenfreundlicher als hochhackige Schuhe.
Kalte Güsse: Wechselduschen oder kalte Wassergüsse über die Beine stärken die Venenwände und regen die Durchblutung an.
Venenerkrankungen in der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft ist eine der Phasen in denen das Venensystem besonders stark beansprucht wird. Die Venen müssen bis zu einem Viertel mehr Blut transportieren, während das Schwangerschaftshormon Progesteron gleichzeitig die Venenwände weitet und ihre Spannung reduziert. Mit wachsendem Bauch drückt zudem die Gebärmutter auf die Beckenvenen und erschwert den Blutabfluss aus den Beinen zusätzlich.
Kompressionsstrümpfe sind in der Schwangerschaft besonders empfehlenswert – sie sind sicher und entlasten die Venen effektiv. Auch regelmäßige Bewegung, Schwimmen und das Hochlagern der Beine helfen. Da das Thromboserisiko in der Schwangerschaft deutlich erhöht ist, ist eine engmaschige Betreuung durch eine erfahrene Gynäkologin besonders wichtig.
Wann in die Venenambulanz?
Viele Venenprobleme lassen sich gut behandeln – vorausgesetzt sie werden rechtzeitig erkannt. Ein Besuch in der Venenambulanz ist empfehlenswert, wenn:
- Schwere oder Schwellungen in den Beinen regelmäßig auftreten
- Sichtbare Krampfadern oder Besenreiser stören oder zunehmen
- Hautveränderungen an den Unterschenkeln auftreten
- Plötzliche Schmerzen, Rötungen oder Wärme in einem Bein auftreten
In der Venenambulanz bei Santé Femme steht eine umfassende Diagnostik und individuelle Behandlung im Mittelpunkt – von der ersten Untersuchung bis zur maßgeschneiderten Therapie. Dr. Hájková nimmt sich Zeit für jede Patientin und begleitet sie auf dem Weg zu gesunden Venen.
Der richtige Zeitpunkt für die Behandlung
Wer eine Venenbehandlung plant, sollte auch den richtigen Zeitpunkt im Blick haben. Die Herbst- und Wintermonate gelten als ideale Zeit für Eingriffe wie die Verödung oder die endovenöse Lasertherapie – die kühleren Temperaturen fördern die Heilung, Kompressionsstrümpfe lassen sich angenehmer tragen und die Sonne belastet die behandelten Stellen nicht.
Eure Venen-Spezialistin bei Santé Femme
Dr. med. univ. Tereza Hájková ist Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Gefäßchirurgie und steht euch im Santé Femme Institut in Wien mit ihrem umfassenden Fachwissen zur Seite.
Ihre Schwerpunkte umfassen:
- Phlebologie & Krampfadern
- Sklerotherapie bei Besenreiservarikositas
- Ambulante endovaskuläre Therapie bei Stammveneninsuffizienz
- Schaumverödung unter sonographischer Kontrolle
- Venenmapping & individuelle Therapieplanung
Dr. Hájková studierte an der renommierten Karls-Universität in Prag und war anschließend jahrelang am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz tätig. Sie ist Mitglied der Europäischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie sowie der Österreichischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und nimmt regelmäßig an internationalen Kongressen und Studien teil.

Dr. med. univ. Tereza Hájková









