Eierstockzysten- oder Ovarialzysten sind Veränderungen im Bereich der Eierstöcke. Am häufigsten sind Hormonstörungen verantwortlich.
Viele Eierstockzysten sind gutartig und bleiben lange unbemerkt. Sie werden häufig zufällig im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung oder eines Ultraschalls entdeckt. Ob eine Eierstockzyste Beschwerden verursacht oder behandlungsbedürftig ist, hängt unter anderem von ihrer Größe, Art und ihrem Wachstum ab.
Was sind eierstockzysten genau?
Eierstockzysten sind meist flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die sich im oder am Eierstock bilden. Sie können unterschiedlich groß sein. Manche Zysten entstehen und verschwinden im Laufe eines Zyklus von selbst, andere bleiben über einen längeren Zeitraum bestehen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen funktionellen Eierstockzysten, die im Zusammenhang mit dem normalen Zyklus entstehen, und anderen Zystenformen, die unabhängig vom Eisprung auftreten können. Diese Unterscheidung ist wichtig für die weitere medizinische Einschätzung und Therapieplanung.
Häufige arten von eierstockzysten
Funktionelle Eierstockzysten
Funktionelle Zysten entstehen durch hormonelle Prozesse während des Menstruationszyklus. Dazu zählen:
- Follikelzysten, die entstehen, wenn der Eisprung ausbleibt
- Gelbkörperzysten, die sich nach dem Eisprung bilden können
Diese Formen sind meist gutartig und bilden sich häufig innerhalb weniger Wochen von selbst zurück.
ENDOMETRIOSEZYSTEN
Diese Zysten entstehen im Zusammenhang mit Endometriose und enthalten eingedicktes Blut. Sie können Schmerzen verursachen und bei manchen Betroffenen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.
Dermoidzysten
Dermoidzysten sind gutartige Neubildungen, die aus verschiedenen Gewebearten bestehen können. Sie wachsen meist langsam und verschwinden nicht von selbst.
Polyzystische Ovarien (PCOS)
Beim polyzystischen Ovarialsyndrom treten viele kleine Zysten gleichzeitig auf. Es handelt sich dabei um eine hormonelle Erkrankung, die oft mit Zyklusstörungen einhergeht.
Symptome bei Eierstockzysten
- Blutungsstörungen
- Unterbauch-/Rückenschmerzen
- Druckgefühl
- Verstopfung
Nicht alle Eierstockzysten verursachen Beschwerden. Viele Betroffene haben keine oder nur unspezifische Symptome, insbesondere bei kleineren Zysten. Beschwerden treten häufiger auf, wenn die Zyste wächst, umliegende Organe verdrängt oder hormonell aktiv ist.
Zusätzliche mögliche Symptome können sein:
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Zyklusunregelmäßigkeiten
- Häufiges Wasserlassen durch Druck auf die Blase
- Völlegefühl oder Spannungsgefühl im Unterbauch
In manchen Fällen kann es zu Komplikationen kommen, wie zum Beispiel:
- Platzen einer Zyste
- Bösartige Entartung
- Drehung der Zyste um die eigene Achse
- Dauerblutungen
Mögliche komplikationen bei eierstockzysten
In manchen Fällen kann es zu Komplikationen kommen, wie zum Beispiel:
- Plätzen einer Zyste
- Bösartige Entartung
- Drehung der Zyste um die Achse (Stieldrehung)
- Dauerblutungen
Eine Stieldrehung oder das Platzen einer Zyste kann plötzlich starke Schmerzen verursachen und stellt einen medizinischen Notfall dar. In solchen Fällen sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Die Eierstockzyste Diagnose
Die wichtigste Methode zur Abklärung von Eierstockzysten ist die Ultraschalluntersuchung. Sie ermöglicht eine Einschätzung von Größe, Form, Inhalt und Lage der Zyste.
Durch die Ultraschalluntersuchung kann eine Unterscheidung zwischen gutartigen imponierenden Zysten: d.h. funktionellen Zysten, polyzystische Ovarien, Retentionszysten, Dermoidzysten, Endometriosezysten, Abszesse, Zystadenome, Fibrome, etc. und suspekten Zysten wie Borderline-Tumore, Metastasen und Eierstockkrebs getroffen werden.
Je nach Befund können ergänzende Untersuchungen sinnvoll sein, um die Art der Eierstockzyste genauer einzuordnen. Dazu zählen unter anderem:
- Vaginalultraschall mit Doppelsonographie
- Blutuntersuchungen
- MRT oder CT bei unklaren Befunden
- Regelmäßige Verlaufskontrollen zur Beobachtung der Zystengröße
Diese zusätzlichen Maßnahmen helfen dabei, unnötige Eingriffe zu vermeiden und gleichzeitig eine sichere Diagnose zu stellen.
Therapie von Eierstockzysten
Bei geschlechtsreifen Frauen bilden sie sich in der Regel auch ohne Behandlung im Laufe von wenigen Wochen bis Monaten Eierstockzysten von selbst zurück. Aufgrund von Empfehlungen sowie vorhandener Leitlinien wird das weitere Vorgehen, welches entweder aus einem abwartendem Management mit regelmäßigen Ultraschallkontrollen oder einer operativen Therapie besteht, entschieden. Je nach Art und Größe der Zyste. Es gilt einerseits unnötige Operationen zu vermeiden, andererseits ist es wichtig keine bösartige Eierstockzyste zu übersehen.
Die Wahl der Therapie richtet sich nach mehreren Faktoren, darunter:
- Art, Größe und Wachstum der Zyste
- Auftreten und Stärke von Beschwerden
- hormonelle Situation
- individuelle Lebensumstände
- mögliche zukünftige Familienplanung
In vielen Fällen reicht ein abwartendes Vorgehen mit regelmäßigen Kontrollen aus. Eine operative Behandlung kann jedoch notwendig sein, wenn starke Beschwerden bestehen, die Zyste sehr groß ist oder der Verdacht auf eine bösartige Veränderung besteht. Häufig erfolgt der Eingriff minimalinvasiv mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie).
Eierstockzysten und kinderwunsch
In den meisten Fällen beeinträchtigen Eierstockzysten die Fruchtbarkeit nicht. Bestimmte Formen, wie Endometriosezysten oder das polyzistische Ovarialsyndrom (PCOS), können jedoch den Eisprung beeinflussen. Auch wenn kein Kinderwunsch besteht, wird dieser Aspekt bei der medizinischen Beurteilung und Therapieentscheidung berücksichtigt.
Wann sollte man bei eierstockzysten ärztliche hilfe suchen?
Eine ärztliche Abklärung ist besonders wichtig bei:
- anhaltenden oder zunehmenden Unterbauchschmerzen
- plötzlich einsetzenden starken Schmerzen
- Fieber, Übelkeit oder Kreislaufproblemen
- ungewöhnlichen oder starken Blutungen
- neu auftretenden Beschwerden nach den Wechseljahren
Eine frühzeitige Abklärung schafft Sicherheit und hilft, mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.
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Hormonelle zusammenhänge und Risikofaktoren
Die Entstehung von Eierstockzysten steht häufig in engem Zusammenhang mit dem hormonellen Gleichgewicht des Körpers. Insbesondere Schwankungen von Östrogen und Progesteron können beeinflussen, ob ein Follikel wie vorgesehen reift, springt oder sich zurückbildet.
Bestimmte Lebensphasen und Situationen gehen mit einem erhöhten Risiko für die Bildung von Ovarialzysten einher, darunter:
- Pubertät und frühe reproduktive Phase
- Zeit nach dem Absetzen hormonelle Verhütungsmittel
- Perimenopause
- Hormonelle Grunderkrankungen (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen)
- Kinderwunschbehandlungen mit hormoneller Stimulation
Auch Stress, starke Gewichtsveränderungen oder chronische Erkrankungen können indirekt Einfluss auf dem Hormonhaushalt nehmen und damit die Entstehung funktioneller Zysten begünstigen. Wichtig ist: Das Vorhandensein eines Risikofaktors bedeutet nicht automatisch, dass Beschwerden oder Behandlungsbedarf entstehen.
Können eierstockzysten vorbeugt werden?
Eine gezielte Vorbeugung von Eierstockzysten ist nur eingeschränkt möglich, da viele Zysten im Rahmen natürlicher hormoneller Prozesse entstehen. Dennoch können regelmäßige gynäkologische Kontrollen dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und zu beobachten.
Unterstützend können folgende Maßnahmen sinnvol sein:
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
- Beobachtung des eigenen Zyklus und neu auftretender Symptome
- Ärztliche Abklärung bei anhaltenden Zyklusveränderungen
- Bewusster Umgang mit hormonellen Präparaten nach ärztlicher Beratung
Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, ausgewogener Ernährung und Stressreduktion trägt zwar nicht direkt zur Verhinderung von Zysten bei, kann jedoch das allgemeine hormonelle Gleichgewicht positiv beeinflussen.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf von Eierstockzysten ist sehr unterschiedlich und hängt maßgeblich von der jeweiligen Zystenformen ab. Viele Zysten bleiben über lange Zeit stabil oder bilden sich vollständig zurück, ohne jemals Beschwerden zu verursachen.
Gutartige Zysten haben in der Regel eine sehr gute Prognose. Entscheidend ist eine individuell angepasste Betreuung, die unnötige Eingriffe vermeidet und gleichzeitig Sicherheit bietet. Regelmäßige Verlaufskontrollen ermöglichen es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und das weitere Vorgehen entsprechend anzupassen.
Häufige fragen zu eierstockzysten (faq)
Sind Eierstockzysten immer behandlungsbedürftig?
Nein. Viele Zysten benötigen keine Therapie, sondern lediglich Beobachtung. Die Entscheidung hängt von Größe, Art, Beschwerden und individuellen Faktoren ab.
Können Eierstockzysten von selbst verschwinden?
Ja, insbesondere funktionelle Zysten bilden sich häufig innerhalb weniger Zyklen spontan zurück.
Sind Eierstockzysten gleichbedeutend mit Krebs?
Nein. Die überwiegende Mehrheit der Eierstockzysten ist gutartig. Dennoch ist eine ärztliche Abklärung wichtig, um seltene bösartige Veränderungen sicher auszuschließen.
Darf man mit einer Eierstockzyste Sport treiben?
In vielen Fällen ist leichte bis moderate Bewegung unproblematisch. Bei größeren Zysten oder Schmerzen sollte körperliche Belastung individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.
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