Gynäkologische Onkologie

Die gynäkologische Onkologie ist zentraler Bestandteil der Frauenheilkunde. Neben der Behandlung von Brustkrebs umfasst sie die Behandlung von bösartigen Tumoren der Eierstöcke, Eileiter, der Gebärmutter, der Scheide und der Schamlippen. Wir haben die wichtigsten Informationen zum Thema gesammelt und ausführlich erklärt.

Gynäkologische Krebserkrankungen:

Bösartige Veränderungen der Brust

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken steigt ab dem 45. Lebensjahr deutlich an und erreicht zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr ein Maximum. In den letzten Jahren trifft die Diagnose Brustkrebs häufiger auch jüngere Frauen (30-40 % aller Brustkrebsfälle). Die Zahl der Brustkrebsfälle hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, die Brustkrebssterblichkeit ist allerdings deutlich zurückgegangen. Das ist vor allem auf die bessere Diagnostik mit der damit verbundenen Früherkennung und auf die effektivere Therapie zurückzuführen. Früherkennung bedeutet die Entdeckung des Tumors in einem früheren Stadium. Im frühen Stadium von Brustkrebs zeigen sich meist keine Beschwerden oder Schmerzen. Über die Anzeichen, die auf Krebs hindeuten können, lesen Sie hier. Wie man ein Brustkrebs-Risiko senken kann, haben wir hier erklärt.

Gebärmutterhöhlenkrebs (Endometriumkarzinom)

Das Endometriumkarzinom ist eine Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut. Hierbei handelt es sich um die zweithäufigste gynäkologische Krebserkrankung. Hohe Konzentrationen weiblicher Hormone (Östrogene) und Übergewicht gelten als anerkannte Risikofaktoren. Meistens verursacht die Erkrankung frühzeitig Beschwerden (Blutungen) und kann deshalb in einem frühen Stadium erkannt werden. Daraus ergibt sich auch die prinzipiell sehr gute Prognose der Erkrankung. Die Therapie besteht aus einer Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke, eventuell müssen auch die Lymphknoten im Bereich der Beckengefäße entfernt werden. In seltenen Fällen ist nach der Operation eine weitere Therapie notwendig.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Der Eierstockkrebs stellt in Österreich die dritthäufigste gynäkologische Krebserkrankung dar. Auch wenn zumeist Frauen über dem 50. Lebensjahr betroffen sind, können auch junge Frauen an Eierstockkrebs erkranken. Es kommt meistens erst zu einem späten Zeitpunkt zur Entwicklung von Symptomen, deswegen wird die Erkrankung oft in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Da keine verlässliche Früherkennung möglich ist, liegt der Fokus auf einer möglichst effektiven Behandlung und Nachsorge. Eine Therapie setzt sich aus einer operativen Therapie und in den meisten Fällen einer Chemotherapie zusammen.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Der Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste gynäkologische Krebserkrankung in Österreich. Eine Infektion mit HPV kann bei fast allen Zervixkarzinomen nachgewiesen werden. In den meisten Fällen können diese Erkrankungen zu einem frühen Zeitpunkt erkannt und kann durch eine operative Therapie behandelt werden. Dabei wird der Tumor je nach Größe lokal entfernt oder durch eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) mit eventuell Lymphknotenentfernung im Bereich der großen Gefäße. Ist der Tumor schon so groß, dass dieser durch eine Operation nicht mehr entfernt werden kann, erhält die Patientin in der Regel eine Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie.

Vulva- Und Vaginalkarzinom

Hierbei handelt es sich um sehr seltene Krebserkrankungen am äußeren weiblichen Genital oder der Scheide. Eine Infektion mit HPV und chronisch entzündliche Erkrankungen wie Lichen sclerosus oder Immunsuppression erhöhen das Erkrankungsrisiko. Aufgrund der lokalen Beschwerden (Juckreiz, Schmerzen) wird der Großteil in einem frühen Tumorstadium diagnostiziert.

Befunderhebung und Diagnose

Basis für eine differenzierte Behandlung ist zunächst eine sorgfältige Befunderhebung, die neben den ultrasonographischen, klinischen und bei Bedarf kolposkopischen Untersuchungen, den Einsatz bildgebender Verfahren (Computertomographie oder Magnetresonanztomographie) umfasst. Möglicherweise kommen auch minimal-invasive operative Untersuchungsverfahren zum Einsatz.

Behandlung, Therapie und psychologische Begleitung

Am Anfang der Behandlung einer bösartigen Erkrankung steht normalerweise die Operation, die oft durch chemotherapeutische, strahlentherapeutische, hormonelle und immuntherapeutische Verfahren komplettiert ist. Das Behandlungsspektrum psychologischer Betreuung unseres Instituts für Frauengesundheit umfasst psychische Belastung durch körperliche Erkrankungen und Diagnosen, zum Beispiel onkologische Erkrankungen. Gerne nehmen wir uns Zeit, um auf Fragen und Bemühen jeglicher Art einzugehen. Vereinbaren Sie Ihren Termin bei unserer Psychologin, Mag. Nina Wilfing, telefonisch unter +43 1 394 17 17 oder online.

Nachsorge

Unter einer onkologischen Nachsorge versteht man die umfassende medizinisch-fachliche und menschliche Betreuung nach Abschluss der Krebstherapie. Sie soll die Lebensqualität erhalten und verbessern und möglicherweise auftretende Rezidive früherkennen. Die onkologische Nachsorge soll bei allen Frauen nach der Erstbehandlung einer gynäkologischen Krebserkrankung durchgeführt werden. Bei den häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen wird in den ersten 3 Jahren nach der ersten Therapie – meist nach der Operation mit und ohne begleitende Chemotherapie – alle 3 Monate eine Nachsorgeuntersuchung durchgeführt. Bei allen Erkrankungen reduziert sich mit der Zeit das Risiko des Wiederkehrens der Erkrankung, sodass im 4. und 5. Jahr nach der Primärtherapie alle 6 Monate die Untersuchung veranlasst wird. Ab dem 6. Jahr reicht häufig eine jährliche Untersuchung.

Die Nachsorge inkludiert:

  • ausführliches Gespräch (Leistungsfähigkeit, Appetit, Darmfunktion, …)
  • gynäkologische Tast- und Spiegeluntersuchung
  • Transvaginaler Ultraschall
  • evtl. ergänzende Blutuntersuchungen (z.B. Tumormarker)
  • regelmäßige weiterführende radiologische Untersuchungenr

Falls Sie zusätzlich eine Beratung bei unserem Facharzt für die rekonstruktive Chirurgie buchen möchten, wenden Sie bitte telefonisch unter +43 1 394 17 17 an uns.

Genetische Beratung und Prophylaxe bei erblichen Brust- und Eierstockkrebs

Bei 5-10% der Brustkrebserkrankungen und bei etwa 10-15% der Eierstockkrebserkrankungen liegen erbliche Belastungen vor. Daher ist es wichtig, erbliche Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen, um gezielte Vorsorge und Früherkennungsprogramme anbieten zu können. SANTÉ FEMME übernimmt gerne die persönliche genetische Beratung und Testung durch unsere speziell ausgebildeten Ärzte. Zu Beginn wird geklärt, warum Sie eine genetische Beratung in Anspruch nehmen möchten. Danach wird Ihr Familienstammbaum mit allen erkrankten Familienmitgliedern mütterlicher- und väterlicherseits erhoben. Besonders wichtig sind Informationen über die Anzahl der Betroffenen sowie deren Erkrankungsalter. Eine genetische Beratung ist sinnvoll, wenn bei einer Patientin oder in der Familie der Patientin vermehrt Krebserkrankungen aufgetreten sind. Um Ihre genetische Beratung zu sichern, kontaktieren Sie uns unter +43 1 394 17 17 oder buchen Sie Ihren Termin online.

Vergessen Sie bitte nicht, dass eine regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchung (alle 6-12 Monate) für jede Frau eine Selbstverständlichkeit darstellen sollte. Ziel dieser Untersuchung ist es, Veränderungen im Bereich des Genitales und der Brust frühzeitig zu entdecken und damit Erkrankungen zu verhindern und zu heilen. Vorsorge ist besser als Nachsorge!

Unsere Fachärzte beraten Sie sehr gerne. Vereinbaren Sie Ihren Termin bei unserem Spezialist für gynäkologische Onkologie Univ. Doz. Dr. Klaus Bodner unter +43 394 17 17 oder über die Online-Terminvereinbarung.