Erkrankungen der Schilddrüse
Eine gestörte Funktion der Schilddrüse kann starke Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. Wir erklären, welche Schilddrüsenerkrankungen es gibt und wie man diese behandeln kann.
Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im vorderen Halsbereich, das die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) produziert. Diese Hormone beeinflussen zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper, darunter Energieverbrauch, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Verdauung sowie Wachstum und Entwicklung. Wir erklären, welche Schilddrüsenerkrankungen es gibt und wie man diese behandeln kann.
Schilddrüsenerkrankungen
Schilddrüsenfunktionsstörungen: Unterfunktion und Überfunktion
Die Glandula thyreoidea ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im vorderen Halsbereich. Sie produziert die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, im Energiehaushalt sowie in vielen Körperfunktionen spielen. Die Aktivität der Schilddrüse wird über das Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) gesteuert, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird.
Kommt es zu einer Störung der Hormonproduktion, kann dies entweder zu einer Unterfunktion (Hypothyreose) oder zu einer Überfunktion (Hyperthyreose) führen. Beide Zustände können zahlreiche Beschwerden verursachen, die sich oft schleichend entwickeln und daher zunächst nicht eindeutig der Schilddrüse zugeordnet werden.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Was ist eine Hypothyreose?
Bei einer Hypothyreose produziert die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone. Dadurch verlangsamen sich viele Stoffwechselprozesse im Körper. Die Auswirkungen betreffen nahezu alle Organsysteme, weshalb die Beschwerden sehr unterschiedlich sein können.
Die Symptome entwickeln sich häufig langsam über Monate oder Jahre, wodurch sie anfangs oft übersehen oder anderen Ursachen zugeschrieben werden.
Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein – von kaum wahrnehmbaren Symptomen bis zu deutlichen körperlichen und psychischen Veränderungen.
Häufige Beschwerden sind:
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
Betroffene fühlen sich häufig erschöpft, selbst nach ausreichendem Schlaf. - Gewichtszunahme
Durch den verlangsamten Stoffwechsel kann es trotz unveränderter Ernährung zu Gewichtszunahme kommen. - Depressive Verstimmung
Viele Patienten berichten über gedrückte Stimmung, verminderte Motivation oder eine depressive Symptomatik. - Zyklusunregelmäßigkeiten
Bei Frauen können verlängerte oder unregelmäßige Menstruationszyklen auftreten. - Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
Häufig wird eine verlangsamte Denkweise oder „geistige Müdigkeit“ beschrieben. - Verstopfung (Obstipation)
Die verlangsamte Darmtätigkeit kann zu Verdauungsproblemen führen. - Kälteempfindlichkeit
Betroffene frieren häufig schneller als andere Menschen. - Trockene Haut und Haarausfall
Haut und Haare können spröde werden, zusätzlich kann es zu diffusem Haarausfall kommen.
Weitere mögliche Symptome sind:
- verlangsamter Puls
- Heiserkeit
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- verminderte Leistungsfähigkeit
- Libidoverlust
Häufige Ursachen der Hypothyreose
Die Gründe für eine Schilddrüsenunterfunktion sind vielfältig.
Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis
Die häufigste Ursache ist die Hashimoto-Thyreoiditis, auch andere Faktoren können zu einer Unterfunktion führen:
- Angeborene Hypothyreose – seltene, bereits bei Geburt vorhandene Funktionsstörung
- Behandlung mit Radiojod (z. B. bei früherer Überfunktion)
- Operation der Schilddrüse, bei der Gewebe entfernt wurde
- Jodmangel, der früher eine häufigere Ursache war
- Bestimmte Medikamente (z. B. Lithium oder Amiodaron)
- Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die zu einer verminderten TSH-Produktion führen
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Was ist eine Hyperthyreose?
Bei einer Hyperthyreose produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Dadurch wird der Stoffwechsel stark beschleunigt. Viele Körperfunktionen laufen schneller und intensiver ab, was zu charakteristischen Beschwerden führt.
Die Symptome können sich relativ rasch entwickeln und werden oft deutlicher wahrgenommen als bei der Unterfunktion.
Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion
Zu den häufigsten Beschwerden gehören:
- Gewichtsabnahme trotz normaler oder gesteigerter Nahrungsaufnahme
- Nervosität und innere Unruhe
- vermehrtes Schwitzen
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Zittern der Hände (Tremor)
- Schlafstörungen
- Durchfall oder häufiger Stuhlgang
Zusätzlich können auftreten:
- Wärmeintoleranz (Hitze wird schlecht vertragen)
- Muskelschwäche
- Zyklusunregelmäßigkeiten bei Frauen
- Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen
Häufige Ursachen der Hyperthyreose
- Morbus Basedow
- Autonome Adenome („heiße Knoten“)
- zu hoch dosierte Schilddrüsenhormon-Tabletten
- entzündliche Schilddrüsenerkrankungen, z. B.
- Subakute Thyreoiditis de Quervain
- seltene hormonproduzierende Tumoren
Diagnostik von Schilddrüsenfunktionsstörungen
Die Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung erfolgt meist in mehreren Schritten.
Blutuntersuchung
Die wichtigste Untersuchung ist eine Blutuntersuchung, bei der folgende Werte bestimmt werden:
- TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) – zentraler Steuerwert
- freies T3 (fT3)
- freies T4 (fT4)
Diese Werte zeigen, ob eine Unterfunktion oder Überfunktion der Schilddrüse vorliegt.
Antikörperbestimmung
Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung werden zusätzlich Schilddrüsenantikörper bestimmt, zum Beispiel:
- TPO-Antikörper
- TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper)
Diese helfen dabei, Erkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow zu erkennen.
Bildgebende Untersuchungen
Zur weiteren Abklärung können bildgebende Verfahren eingesetzt werden:
Ultraschall (Sonographie)
- zeigt Größe, Struktur und mögliche Knoten der Schilddrüse
Szintigraphie
- untersucht die Funktionsaktivität verschiedener Schilddrüsenbereiche
- hilft bei der Unterscheidung zwischen „heißen“ und „kalten“ Knoten
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow)
Antikörper, welche vom Immunsystem gebildet werden und sich dabei gegen körpereigene Strukturen richten (sogenannte Autoantikörper), führen zu Entzündungen in der Schilddrüse, welche als Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto oder Basedow auftreten.
Hashimoto
Die chronische Entzündung der Hashimoto-Thyreoiditis wird zu Krankheitsbeginn meist nur erkannt durch eine Ultraschalluntersuchung. Typischerweise zeigt sich dabei eine inhomogene, echoarme Struktur der Schilddrüse. Im Laufe der Erkrankung lässt sich im Blut der Anstieg der TPO-AK (Antikörper gegen Thyreoperoxidase) und TG-AK (Antikörper gegen Thyreoglobulin) messen. Kann es am Beginn der Erkrankung durch die Entzündungsreaktion vorübergehend zu einer Überfunktion kommen, führt die Hashimoto-Thyreoiditis im Laufe der Zeit typischerweise zu einer Unterfunktion.
Dieser Mangel kann mit Schilddrüsenhormontabletten ausgeglichen werden, die bedenkenlos langfristig und vor allem auch in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden können. Dabei wird meist Levothyroxin eingesetzt, das dem körpereigenen Hormon Thyroxin entspricht.
Morbus Basedow
Der Morbus Basedow wird durch die Antikörper TRAK (TSH-Rezeptor Antikörper) ausgelöst. Sie täuschen der Schilddrüse eine Stimulation vor und veranlassen sie, vermehrt Schilddrüsenhormone zu bilden. Neben der Überfunktion können auch typische Begleiterscheinungen auftreten, wie eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) oder eine Beteiligung der Augen (endokrine Orbitopathie) mit hervortretenden Augen, Druckgefühl oder Lichtempfindlichkeit.
Eine Therapie des Morbus Basedow erfolgt vorrangig mit Tabletten, welche die Neuproduktion der Schilddrüsenhormone hemmen (sogenannte Thyreostatika). Kurzfristige Kontrollen zur Dosierungsanpassung und Kontrolle auf sehr seltene aber unter Umständen gefährliche Nebenwirkungen sind dabei sehr wichtig. Tritt ein gewünschter Behandlungserfolg durch Medikamente nicht ein oder bestehen andere Gründe gegen dieses Therapieverfahren, besprechen wir weitere Maßnahmen mit Ihnen, wie z.B. die operative Entfernung oder eine Radiojodtherapie.
Schwangerschaft und Schilddrüse
Eine ausreichende Versorgung mit Schilddrüsenhormonen ist sowohl für den Eintritt einer Schwangerschaft als auch für eine gesunde Entwicklung des Kindes wichtig. Besonders in der frühen Schwangerschaft ist das ungeborene Kind vollständig auf die mütterlichen Schilddrüsenhormone angewiesen.
Eine Unterfunktion muss daher adäquat ausgeglichen und die Therapie im Laufe einer Schwangerschaft regelmäßig angepasst werden. In der Regel sind engmaschige Kontrollen der Schilddrüsenwerte notwendig.
Schilddrüsenüberfunktionen treten am Beginn der Schwangerschaft häufiger auf. Hier muss zwischen der gutartig verlaufenden Überfunktion, die durch die Schwangerschaftshormone ausgelöst wird, und der Überfunktion durch Morbus Basedow unterschieden werden.
Eine durch den Morbus Basedow ausgelöste Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft ist eine besondere Herausforderung. Frauen mit bereits bekanntem Morbus Basedow und Kinderwunsch benötigen daher eine ausführliche Beratung zur nachhaltigen Therapie dieser Erkrankung vor Eintritt einer Schwangerschaft. Tritt der Morbus Basedow in der Schwangerschaft erstmalig auf oder kommt es zu einem Krankheitsrückfall, ist eine erfahrene Betreuung mit Augenmerk auf die Einstellung der mütterlichen Schilddrüsenfunktion, der Antikörper sowie der kindlichen Schilddrüse und Herzfrequenz im Ultraschall durch den betreuenden Frauenarzt erforderlich.
Knoten / Struma
Knoten in der Schilddrüse sind sehr häufig und nehmen mit dem Alter zu. Sie können einzeln oder mehrfach auftreten und werden häufig zufällig im Ultraschall entdeckt. Nur ein sehr geringer Prozentsatz der Schilddrüsenknoten ist bösartig.
Funktionsstörungen können durch sogenannte „heiße Knoten“ auftreten, die unabhängig von der hormonellen Regulation Schilddrüsenhormone produzieren und dadurch zu einer Überfunktion führen können. Daneben gibt es auch sogenannte „kalte Knoten“, die keine Hormone produzieren. Diese müssen je nach Ultraschallbefund und Größe weiter abgeklärt werden, z.B. mittels Szintigraphie oder Feinnadelpunktion.
Eine Vergrößerung der gesamten Schilddrüse wird als Struma bezeichnet. Ursachen können Jodmangel, Autoimmunerkrankungen oder knotige Veränderungen sein.
Entzündungen der Schilddrüse
Die schmerzhafte sog. „subakute Thyreoiditis de Quervain“ sowie eine durch ein Antiarrhythmikum ausgelöste „Amiodaron-induzierte Thyreoiditis“ sind Entzündungen, die u.a. mit Funktionsstörungen einhergehen. Typische Symptome können Halsschmerzen, Druckempfindlichkeit der Schilddrüse, Fieber und vorübergehende Veränderungen der Schilddrüsenfunktion sein.
Daneben existiert auch die seltenere akute bakterielle Thyreoiditis sowie die sogenannte „stille Thyreoiditis“, die meist schmerzlos verläuft und vorübergehend zu einer Über- und anschließend zu einer Unterfunktion führen kann.
Schilddrüsenultraschalluntersuchung
Bei der Schilddrüsensonografie wird der Schilddrüsenbereich samt Umgebung exploriert. Die Untersuchung ist völlig strahlungs- und schmerzfrei und dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Es wird die Größe der Schilddrüse vermessen und eventuell vorhandene Knoten diagnostiziert. Zusätzlich können Form, Durchblutung und Gewebestruktur beurteilt werden. Die Struktur der Schilddrüse im Ultraschall kann uns Rückschlüsse auf eine mögliche Autoimmunerkrankung (z.B.: chronische Immunthyreoiditis, Morbus Basedow, Morbus Hashimoto) geben.
Darüber hinaus dient der Ultraschall der Verlaufskontrolle bekannter Knoten oder entzündlicher Veränderungen und hilft bei der Entscheidung, ob weitere diagnostische Schritte erforderlich sind.
Schilddrüsenultraschalluntersuchung
Bei der Schilddrüsensonografie wird der Schilddrüsenbereich samt Umgebung exploriert. Die Untersuchung ist völlig strahlungs- und schmerzfrei. Es wird die Größe der Schilddrüse vermessen und eventuell vorhandene Knoten diagnostiziert. Die Struktur im Ultraschall kann uns Rückschlüsse auf eine mögliche Autoimmunerkrankung (z.B.: chronische Immunthyreoiditis, Morbus Basedow, Morbus Hashimoto) geben.
Schilddrüse Arzt Wien
Dr. Asha Leisser ist Fachärztin für Nuklearmedizin und auf die Diagnose sowie Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert. Mit ihrer fundierten fachlichen Expertise und einem ganzheitlichen Blick auf die Gesundheit unterstützt sie Patientinnen bei der Abklärung und Therapie von Schilddrüsenproblemen.
Bei Santé femme nimmt sie sich bewusst Zeit für ein ausführliches Gespräch, geht individuell auf Ihre Anliegen ein und erklärt Untersuchungsergebnisse sowie mögliche Behandlungsschritte verständlich und transparent. Ihr Ziel ist es, Sie kompetent zu begleiten, Sicherheit zu geben und gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Weg für Ihre Gesundheit zu finden.

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